Symptom · Engpassdiagnose
Leads bleiben liegen — Anfragen kommen rein, aber niemand reagiert schnell
Das Marketing liefert. Die Website generiert Anfragen, die Kampagnen laufen, die Pipeline sieht auf dem Papier gut aus. Und trotzdem werden daraus zu wenige Termine. Wenn Sie nachfragen, wann der letzte Inbound-Lead kontaktiert wurde, lautet die Antwort: „Der liegt noch in der Inbox.“
Das Symptom fühlt sich nach einem Vertriebs-Problem an — und wird intern oft mit „wir brauchen mehr Leads“ oder „wir brauchen einen weiteren Vertriebler“ beantwortet. In den meisten Fällen ist beides falsch: Der Engpass sitzt an der Übergabe zwischen Marketing und Vertrieb, nicht in der Menge davor.
Sie erkennen es daran
- Neue Anfragen landen in einer Sammel-Inbox oder einem geteilten Postfach ohne festen Owner
- Die durchschnittliche Erstreaktion liegt bei Stunden bis Tagen — niemand misst sie
- Wer welchen Lead übernimmt, entscheidet sich ad hoc oder nach Zuruf
- Bei Urlaub oder Krankheit eines Vertrieblers bleiben „seine“ Leads unbearbeitet
- Marketing beklagt, dass gute Leads versanden — Vertrieb beklagt, dass die Leads schlecht seien
Wo es bricht
Die Bruchstelle hinter dem Symptom
Typische Ursachen
Kein Routing, kein SLA
Es gibt keine Regel, die einen neuen Lead automatisch einer Person zuordnet, und keine verbindliche Reaktionszeit. Was niemandem gehört, bearbeitet niemand — vor allem nicht unter Zeitdruck.
MQL/SQL-Definition fehlt
Marketing und Vertrieb haben unterschiedliche Vorstellungen davon, was ein „qualifizierter“ Lead ist. Vertrieb priorisiert deshalb nach Bauchgefühl — und lässt die unklaren Fälle liegen.
Account-Owner-Lücke nach dem Erstkontakt
Selbst wenn der Erstkontakt klappt: Ab Stage 2 oder 3 ist unklar, wer den Deal treibt. Deals liegen dann „in Bearbeitung“, ohne dass jemand verantwortlich nachfasst.
Was es kostet
Konservative Größenordnung: 50.000–150.000 €/Jahr
Beispiel: 40 qualifizierte Leads/Monat × 15.000 € Ø-Auftragswert. Lead-Response-Studien zeigen drastische Conversion-Verluste ab 30 Minuten Reaktionszeit; wir rechnen konservativ mit nur 1–2,5 Prozentpunkten Abschlag auf die Abschlussquote bei Reaktionszeiten über 24 h — das sind bereits 72.000–180.000 €/Jahr entgangener Auftragswert.
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Was die Diagnose hier tut
Erst messen, dann entscheiden
Die Diagnose misst zuerst die echte Erstreaktionszeit (häufig überraschend: gefühlt „ein paar Stunden“, gemessen oft mehr als ein voller Arbeitstag), legt die Übergabe-Logik offen und priorisiert den Fix: Auto-Routing mit Reaktionszeit-SLA, Account-Owner-Logik ab Termin-Bestätigung, harmonisierte MQL/SQL-Definition. Meist ohne Tool-Wechsel — die Mechanik steckt im Prozess, nicht in der Software.
Empfohlene Tiefe: Diagnose · 5.900 € · 7–10 Werktage
Lead-Routing hängt fast immer mit Stage-Definitionen, Forecast und Delivery-Übergabe zusammen — die volle Diagnose zeigt, ob der liegende Lead das Problem ist oder nur das sichtbarste Symptom.
Häufige Fragen
Reicht es nicht, einfach eine Routing-Regel im CRM einzurichten?+
Die Regel ist in einer Stunde gebaut — aber sie hält nur, wenn SLA, Account-Owner-Logik und MQL/SQL-Definition mitgezogen werden. Sonst routet das CRM Leads zu Personen, die sie nach denselben unklaren Kriterien liegen lassen wie vorher die Sammel-Inbox.
Woher weiß ich, ob es wirklich am Routing liegt und nicht an der Lead-Qualität?+
Messen statt diskutieren: Erstreaktionszeit und Conversion pro Lead-Quelle über die letzten drei Monate. Wenn gute Quellen schlecht konvertieren und die Reaktionszeit über vier Stunden liegt, ist das Routing der erste Hebel. Genau diese Messung ist Teil der Diagnose.
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